Alles fing vor ein paar Monaten an, als ich erfuhr, dass in den Schoko-Tickets (Bus/Zug Dauerkarte für Schüler des VRR) RFID-Chips eingebaut sind.
So weit ist das ja auch alles schön und gut und gar kein Problem.
Und damals fragte ich mich: Was soll ein RFID-Chip in einem Busticket, wo doch noch ein einzelner Chip, wie er auf Telefonkarten/Kontokarten/Kreditkarten/usw. zu finden ist, welcher auch Daten speichert?
Nungut, heute habe ich mich dazu durchgerungen dem Service-Center [1] der Hagener Straßenbahn AG [2] eine Mail, betreffend dieses Problems zu schreiben.
In dieser Mail teilte ich dem Service Center meinen Unmut darüber mit, dass ein RFID-Chip verbaut wird und fragte die Daten an, die über mich erfasst sind, und den Verwendungszweck selbiger Daten. Natürlich auch, ob ich ein RFID-freies Schoko-Ticket bekommen könne.
Ich bekam auch relativ schnell eine Antwort auf meine Mail und diese will ich euch natürlich nicht vorenthalten:
"um gleich auf den letzten Satz dieser eMail zu kommen
Wir können Ihnen versichern, dass sich nur Daten auf diesem Chip befinden,
die uns eine Personifizierung ermöglichen und somit eine Fremdnutzung des
Tickets weitestgehend unmöglich machen. Hierbei handelt es sich um
folgend Daten:
1. Name, Vorname,
2. Geburtsdatum,
3. Tarifmerkmale und Gültigkeit.
Wir nutzen einen Chip, der datenschutzrechtlich abgesichert ist. Mit freundlichen Grüßen
Detlef Recka"Man merkt, wie er meinen Fragen elegant ausgewichen ist, oder?
Nungut, immerhin löblich, dass mir überhaupt jemand geantwortet hat.
Also setzt der ShadowStalker eine Antwortmail dazu auf und sendet diese flugs an besagtes Kundencenter.
"Wenn dem so ist, wie sie es sagen, dann wundere ich mich stark, warum
sie nicht auf den eingebauten RFID-Chip hinweisen und warum sie dann
noch einen "normalen" Chip in die Tickets einbauen.
Dass auf dem Chip selber meine persönlichen Daten erfasst sind, habe
ich mir schon glatt gedacht. Aber meine Frage bezog sich darauf,
was/wie/wo sie diesen Chip "auswerten". Das heisst, wo werden meine
Daten wie erfasst und wozu dienen sie.
Haben sie genauere Spezifikationen zu dem verbauten Chip? Wenn ja,lassen sie mir diese bitte zukommen. Und ein "datenschutzrechtlich
abgesicherter Chip" kann vieles bedeuten, so zum Beispiel, dass die
Daten, die darauf gespeichert sind nicht ohne weiteres einfach
auslesbar sind. Jedoch mit "ein wenig Aufwand" schon. Und ich
bezweifle stark, dass die RFID-Tags in dem Ticket besser gesichert
sind, als diese ind den neuen ePässen (die neuen Reisepässe).
Ein wenig Lektüre dazu: http://de.indymedia.org/2006/08/154049.shtml
Wie dem auch sei, sehe ich für mich keinerlei nutzen in dem RFID-Chip,"
weshalb ich auch nach einem RFID-freien Ticket fragte. Was ist also damit?"
Wie man sieht habe ich ihn dezent darauf hingewiesen, dass meine Fragen noch längst nicht beantwortet sind. Zu Recht, wie ich finde - Wie würde es euch gehen, wenn ich bedenken um eure Privatsphäre habt, deswegen ein "Gespräch" sucht und dann nichts weiter bekommt als worthülsen, elegeant verpackt in einer formalen EMail?
Die Antwort kam dann ungefähr 35 Minuten später. diesmal nicht mehr dieser Ton, der einem vermittelt, dass man einem helfen will....
"Sehr geehrter Herr *zensiert*,
um diesen Schriftverkehr nicht weiter auszudehnen, teile ich Ihnen mit, dass
Sie weder von der Hagener Straßenbahn AG noch von einem im VRR befindlichen
Unternehmen ein derartiges Ticket ohne Chip bekommen.
Ich habe Ihnen bereits mitgeteilt, welche Daten sich auf diesem Chip
befinden. Hierbei handelt es sich um Daten, die Sie selber auf einem Antrag
bereitgestellt haben. Unser Kontrollpersonal kann somit dieses Ticket prüfen
und feststellen, ob eine Fremdnutzung ausgeschlossen ist.
Es gibt keinerlei Datenfluss und auch keine Auswertungen. Ebenso werden
keine Daten berührungslos übertragen, so wie es bei einem RFID möglich ist.
Wer immer Ihnen diese Information gegeben hat, sollte Sie demnächst besser
beraten.
Ich möchte mich aber mit Ihnen nicht über technische Möglichkeiten von Chips
unterhalten.
Sie haben sicherlich eine Krankenkassenkarte oder evtl. auch eine EC- oder
Kreditkarte. Auch hier befinden sich Chips, die Daten beinhalten. Ich gehe
nicht davon aus, dass Sie auch auf diese Karten verzichten wollen. Dennoch
steht es Ihnen frei, dieses Ticket wieder zurückzugeben.
Mit freundlichen Grüßen
Detlef Recka"
Nungut, was erkennt man an dieser Antwort?
Man erkennt daran, dass Detlef Recka [3] recht geschickt "Leck mich am Arsch!" in politisch korrektes Deutsch umformulieren kann. Cleverer Mensch. Ich glaub ich lad ihn mal zu nem Kaffee ein...
Naja, jedenfalls ist mir dieser Tonwechsel relativ stark aufgefallen. Es klingt - meiner Meinung nach - wie das Statement des US-Präsidenten, dass der Irak Massenvernichtungswaffen besitze.
Jetzt darf sich jeder Leser vorstellen, worauf ich hinaus will.
Genau! Da ist was Faul im Staate Isra...äääähm... Ihr wisst, was ich meine.
Vor allem, da die letzte Antwort-Mail auch noch an einen gewissen Herrn Ferdinand Dippel [4], sowie eine Frau Nicole Kiewitz [5] weitergeleitet wurde.
Ich für meinen Teil werde mir wohl bald einen RFID-Leser/-Schreiber besorgen und mal sehen, was mein Schoko-Ticket so hergibt und dann ggf. nochmal das Service-Center behelligen.
[1] http://www.hagener-strassenbahn.de/pgscontent/kontakt.html
[2] http://www.hagener-strassenbahn.de
[3] D.Recka@hvg-hagen.de
[4] F.Dippel@hvg-hagen.de
[5] N.Kiewitz@hvg-hagen.de